Was ist ein Cuckold?

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    Als [lexicon]Cuckold[/lexicon] (auch kurz als Cucki, Cuck oder Cux) wird vor allem in der [lexicon]BDSM[/lexicon]-Szene ein Mann bezeichnet, der in einer festen Partnerschaft oder Liebesbeziehung durch den intimen Kontakt seiner Partnerin mit anderen Männern (Fremdgehen) sexuellen Lustgewinn erlangt. Dabei kann der [lexicon]Cuckold[/lexicon] dominantes, voyeuristisches, masochistisches und/oder devotes Verhalten bevorzugen. Äquivalent hierzu wird eine Frau, die durch den intimen Kontakt ihres männlichen Partners mit anderen Frauen sexuellen Lustgewinn erlangt, als Cuckquean bezeichnet.


    Im englischen Sprachgebrauch ist [lexicon]Cuckold[/lexicon] gleichzeitig die Entsprechung des veralteten deutschen Begriffes Hahnrei, also ein Mann, der durch das Fremdgehen seiner Partnerin gedemütigt wird. Mit der Einführung des englischen Lehnwortes in die deutsche Sprache findet hier eine Differenzierung zwischen dem klassischen heimlichen Fremdgehen und offen ausgelebten sexuellen Vorlieben innerhalb der Beziehung statt.


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    Differenzierung [lexicon]Cuckold[/lexicon] und Wifesharing


    Innerhalb der [lexicon]BDSM[/lexicon]-Szene wird zwischen dem Wifesharing und dem [lexicon]Cuckolding[/lexicon] unterschieden. Beim Wifesharing ([lexicon]englisch[/lexicon]: Teilen der Ehefrau) hat der Mann unter Umständen auch geschlechtliche Beziehungen zu anderen Frauen und kommt damit dem Swinger nahe. Dabei kann der Mann [lexicon]dominant[/lexicon] handeln und seine Frau aktiv einzelnen Männern oder Gruppen zum Geschlechtsverkehr anbieten oder eher [lexicon]devot[/lexicon] handeln, indem er seiner Frau einen Liebhaber gestattet und sich aktiv oder passiv am Liebesakt beteiligt (Flotter Dreier). Voyeuristische Elemente können hierbei von wesentlicher Bedeutung sein.


    Der [lexicon]Cuckold[/lexicon] ist in der Regel [lexicon]devot[/lexicon] veranlagt, das [lexicon]Cuckolding[/lexicon] selbst ist häufiger Bestandteil innerhalb des Femdom und wird deshalb auch zu den Spielarten des [lexicon]BDSM[/lexicon] gerechnet. Der [lexicon]Cuckold[/lexicon] genießt es, von seiner Frau dominiert zu werden, und zwar nicht nur zwangsläufig in sexuellen, sondern auch in alltäglichen Dingen. Es kann ihn erregen, wenn seine Frau bzw. Partnerin einen oder mehrere feste Liebhaber hat, insbesondere wenn sie zu diesen eine engere Bindung aufbaut. [lexicon]Demütigung[/lexicon] in diesem Bereich kann eine erotisierende Wirkung auf den [lexicon]Cuckold[/lexicon] haben, selbst wenn er durchaus in der Lage ist, seine Partnerin zu befriedigen. Die Beziehung seiner Frau zu ihren Liebhabern wird von ihm unterstützt und gefördert, oft auch in der Weise, dass er ihr bei der Vorbereitung auf sexuelle Aktivitäten (beispielsweise Schminken, Baden) hilft. Oft dehnt sich die bewusst gewollte Unterordnung auch auf den Liebhaber aus, indem der [lexicon]Cuckold[/lexicon] auch ihm gegenüber eine devote Rolle einnimmt und sich von ihm dominieren und erniedrigen lässt. Das kann so weit gehen, dass der [lexicon]Cuckold[/lexicon] die Rolle eines Dieners einnimmt, der beispielsweise seiner Partnerin und ihrem Liebhaber das Frühstück ans Bett bringt oder Kleidung und Schuhe des Liebhabers reinigt, während dieser sich mit seiner Frau amüsiert. Sexuelle Dienste, beispielsweise vorbereitenden [lexicon]Cunnilingus[/lexicon] oder das Reinigen der Intimzonen des Paares nach vollzogenem Geschlechtsverkehr werden in der erotischen, vor allem der [lexicon]BDSM[/lexicon]-Literatur beschrieben. Im Bereich Femdom gehört die Keuschhaltung des Cuckolds zu den häufig in der Literatur auftauchenden Fantasien.


    Bei allen, auch extremen Ausformungen liegt der Beziehung zwischen dem [lexicon]Cuckold[/lexicon] und seiner Partnerin meistens eine intensive gegenseitige Zuneigung zugrunde. Obwohl die Partnerin sexuelle und auch andere emotionale Befriedigung bei ihrem Liebhaber findet, ist die Bindung zum Partner in der Regel wesentlich stärker als zum Liebhaber. Viele [lexicon]dominant[/lexicon] veranlagte Frauen genießen das bewusste Machtgefälle (engl. Power Exchange) innerhalb der Partnerschaft und die Demonstration ihrer Macht über den Partner. Für einen [lexicon]devot[/lexicon]-masochistisch veranlagten [lexicon]Cuckold[/lexicon] kann es im Gegenzug eine besondere Auszeichnung darstellen, von seiner Partnerin [lexicon]Demütigung[/lexicon] und damit Aufmerksamkeit und Wertschätzung als unterwürfigem Teil der Beziehung zu erfahren. Es finden normalerweise keinerlei Heimlichkeiten zwischen den Partnern statt. Daher werden [lexicon]Cuckold[/lexicon]-Beziehungen häufig als sehr intensiv und beständig beschrieben. Hierbei sind durchaus gewisse Ähnlichkeiten zu den Grundsätzen der Polyamorie zu finden.