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    Bumm - Bumm - Bumm - Tatata! Tatata! Bumm - Bumm - Bumm - Tatata! Tatata!


    Die markante Erkennungsmelodie ertönt aus der Soundanlage des TV-Studios. Und schon eilt im Laufschritt voller Dynamik die Moderatorin auf die Bühne und begrüßt begeistert das nicht weniger euphorische Publikum, das jubelt, pfeift und applaudiert. „Heeeey! Ihr seid alle gut drauf, wie ich merke! Willkommen bei Friday Talk - Deine Meinung zählt! Mein Name ist Katharina Karma und ich habe wie jede Woche wieder fünf hochinteressante Gäste eingeladen. Unser heutiges Thema lautet: Keuschheitsgürtel für Männer - wer trägt das?“


    Katharina Karma hat einen kurzen Minirock aus Leder und hohe schwarze Stiefel für ihren Auftritt gewählt. Die Bluse ist sehr dünn, aber man kann erkennen, dass sie darunter noch einen Body trägt. Ihre dunkelblonden Haare hat sie wie immer über eine Schulter nach vorne gelegt. In den manikürten Händen hält sie die orangefarbenen Moderationskarten mit ihren Stichworten. Die Wände des Studios sind groß mit dem Logo der Show verziert. Knallige Farben dominieren die Erscheinung.


    Kaum ist der Beifall abgeflaut, kündigt die junge Frau bereits ihren ersten Besucher an. „Als ersten Gast begrüßen wir mit einem großen Applaus...“ Sie liest den Namen von ihrer Karte ab: „Peter.“

    Eine Schiebetür geht auf, die Einzugsmusik ertönt, und die Leute klatschen im Rhythmus, wie sie es gelernt haben. Peter kommt zögerlich herein, winkt kurz und setzt sich auf einen von fünf Stühlen gegenüber der Moderatorin. Eine Stimme aus dem Off ertönt: „Peter ist 27 Jahre alt, arbeitslos und trägt seit zwei Jahren einen Keuschheitsgürtel.“ Das Publikum lärmt, teilweise ist Gelächter zu hören.


    Die Moderatorin wartet, bis es etwas ruhiger wird, dann beginnt sie: „Peter. Jetzt wollen wir natürlich alle wissen, warum ein 27-Jähriger einen KG trägt.“ Der brünette junge Mann wirkt ein wenig schlaksig, da er hochgewachsen und dünn ist. Mit seinem leichten Buckel sieht er nicht sehr sportlich aus.

    Peter: „Meine Freundin hat ihn mir eines Tages geschenkt.“

    KK: „Aber wie kommt deine Freundin auf so eine Idee? Ich meine, warum sollst du so etwas tragen?“

    Peter: „Also naheliegend ist natürlich die Treue. Aber ich bin nie fremd gegangen und würde es auch niemals tun.“

    Einige Leute im Publikum hören sich skeptisch an.

    KK: „Und damit kannst du also mit keiner Frau mehr schlafen?“

    Peter: „Nein, das geht nicht. Mein gutes Stück ist fest verschlossen in einer Metallschelle. Da komme ich ohne Schlüssel nicht raus.“

    KK: „Ja, und deine Freundin hat den Schlüssel? Nur sie? Du nicht?“

    Peter: „Genau.“

    KK: „Und wie oft schließt sie dich auf?“

    Peter: „Wir wohnen nicht zusammen, weil sie in einer anderen Stadt studiert. Aber am Wochenende kommt sie immer.“

    KK zwinkerte in die Kamera: „Und dann habt ihr Sex?“

    Peter: „Ja, klar.“

    KK macht ihn nach: „Ja, klaaar.“ Sie sieht ungläubig wieder in die Kamera und dann zu ihm: „Und was ist während der Woche?“

    Peter runzelt die Stirn. „Dann nicht.“

    KK grinst. „Ist mir schon klar. Aber wie machst du das?“

    Peter versteht nicht, worauf die Moderatorin hinauswill. Sie macht ein fragendes Gesicht: „Aber ich habe mir erzählen lassen, dass junge Männer doch mehrmals als nur ein Mal in der Woche...“ Sie deutet kurze Wichsbewegungen an. Lacher aus dem Publikum kommentieren das amüsiert.

    Peter schluckt. „Ich muss mich in der Woche eben... Ich warte immer aufs Wochenende.“

    KK: „Und fällt dir das nicht schwer?“

    Peter: „Schon, aber... Anfangs war es echt hart. Aber mit der Zeit lernt man es auszuhalten. Und umso größer ist dann die Freude aufs Wochenende.“

    KK: „Aber ich habe noch nicht so ganz verstanden, warum deine Freundin dich die ganze Woche eingeschlossen hält. Will sie nicht, dass du onanierst?“

    Peter wurde ein bisschen rot im Gesicht. „Nein, das soll ich nicht.“

    KK: „Sie verbietet es dir also.“

    Peter: „Wir haben es so abgemacht.“

    KK: „Trägt sie denn auch einen Keuschheitsgürtel?“

    Peter zieht die Stirn kraus und wirkt wie perplex. „Nein... Darüber haben wir uns noch nie Gedanken gemacht.“

    KK: „Ich frage noch mal: Ihr habt also jedes Wochenende Sex?“

    Peter: „Ja...?“

    KK dreht sich in die Kamera. „Wir haben Peters Freundin ausfindig gemacht und befragt. Hier das Ergebnis!“ Ein Video wird auf die Leinwand im Studio übertragen: Eine schwarzhaarige junge Frau mit schulterlangen Locken schaut in die Kamera. Sie trägt einen Ring im linken Nasenflügel. „Onanieren ist für mich wie Fremdgehen. Deshalb möchte ich das nicht bei meinem Freund. Er soll nur mit mir Sex haben, wenn ich ihn besuchen komme. Das ist normalerweise am Wochenende. Aber letztes Mal haben wir uns gestritten. Und dann hatten wir auch keinen Sex. Er war ganz schön fertig, als ich wieder gefahren bin, ohne ihn aufzuschließen. Aber er hat es nicht anders verdient. Ist nicht das erste Mal gewesen. Vor einem halben Jahr war er mal vier Wochen am Stück eingesperrt. Ich werde zukünftig sowieso strenger sein. Ich glaube, ich muss ein bisschen Erziehung nachholen, die ihm fehlt.“ Das Video endet mit dem Logo der Show "Friday Talk - Deine Meinung zählt!" und einem Tusch.


    KK dreht sich zu Peter, der unruhig auf dem Stuhl herumrutscht und an seiner Unterlippe kaut: „Was sagst du zu der Aussage deiner Freundin?“

    Peter: „Was soll ich sagen? Sie hat manchmal ein forderndes Wesen. Ich versuche ihre Wünsche immer alle zu erfüllen.“

    KK: „Bleibt dir zu wünschen, dass es dir gelingt.“ Sie dreht sich zum Publikum. „Mein zweiter Gast heute ist eine erfolgreiche Frau. Wir werden hören, was sie zum Thema zu sagen hat.“

    Die Tür geht auf, und mit Musikuntermalung erscheint eine brünette Frau mittleren Alters. Sie hat weiße Sneaker, Jeanshose und Shirt gewählt. Die Stimme aus dem Off erklingt: „Mareike ist 33 Jahre jung und Trainerin einer Hallenhockeymannschaft. Sie sagt: Sportler werden durch einen KG motiviert, mehr Leistung zu bringen.“


    Die Frau nimmt Platz und wird von der Moderatorin befragt: „Hi, Mareike. Was ist das für eine Mannschaft, die du trainierst?“

    Mareike: „Wir spielen Hallenhockey. Der Kader besteht aus elf Leuten. Meine Jungs sind zwischen 18 und 21 Jahre alt.“

    KK: „Und sie tragen auf deine Anweisung hin Keuschheitsschellen?“

    Mareike: „Das ist richtig.“

    KK: „Und warum?“

    Mareike: „Damit werden sie motiviert, gute Leistungen zu bringen. Denn nur, wenn das Team erfolgreich ist, gibt es einen Aufschluss.“

    KK: „Wow! Das ist heftig. Wenn die Mannschaft mal ein Spiel verliert...?“

    Mareike lächelt und schüttelt den Kopf: „Kein Sieg, kein Aufschluss.“

    KK: „Habt ihr denn oft ein Spiel?“

    Mareike: „Fast jede Woche.“

    KK: „Und waren deine Jungs auch schon mal länger verschlossen, weil sie verloren haben?“

    Mareike: „Sicher. Das kommt öfter mal vor. So ein oder zwei Mal alle paar Monate. Am längsten am Stück haben sie mal für sechs Wochen den KG getragen.“

    Ein Raunen und auch hämisches Kichern ertönt aus dem Publikum.

    KK: „Sechs Wochen? Sechs? Nur, damit es jeder mitbekommt: SECHS WOCHEN! Wow! Das ist krass.“

    Mareike: „Ja, aber danach haben sie lange Zeit jedes Spiel gewonnen. Das gibt meiner Methode recht.“

    KK: „Ja, das stimmt. Aber kann das in der Mannschaft nicht zu Unfrieden führen, wenn alle warten müssen, obwohl nur einer vielleicht einen entscheidenen Fehler gemacht hat?“

    Mareike hob die Schultern. „Das regeln die Jungs dann unter sich.“

    KK: „Wie meinst du das?“

    Mareike: „Ich bekomme ja nicht immer alles mit. Vor allem in der Umkleide und Dusche. Aber wenn einer wirklich Bockmist gebaut hat, dann revanchieren sich die Kameraden. Da sind die Jungs nicht zimperlich.“

    KK: „Kannst du das näher ausführen?“ Sie beugt sich mit einer freudigen Grimasse über eine Kamera: „Wir wollen Details!“

    Mareike: „Ich will lieber nicht zu viel sagen. Aber es kam schon mal ein Besenstil zum Einsatz.“

    KK: „Oha! Da wird ja mit harten Bandagen gekämpft. Aber man kann es verstehen. Wer will schon eine Woche länger warten als nötig?“


    Sie dreht sich wieder zu den Zuschauern. „Kommen wir zu meinem dritten Gast.“ Wieder liest sie den Namen ab. „Federica!“ Mit lauter Musik taucht die Frau auf. Sofort fallen allen Augen die roten Haare auf. Eine violette weite Sommerhose und eine weiße Bluse, dazu dicker Modeschmuck um den Hals. Die Füße stecken in Riemchensandalen. Die Stimme aus dem Off: „Federica, 39 Jahre, ist überzeugte Feministin und sagt: Alle Männer müssen KGs tragen.“

    Die Meinung des Publikums fällt bei ihr getrennt aus. Die eine Hälfte applaudiert wild, die andere ruft „Buh!“

    KK: „Willkommen, Federica. Sag mal, habe ich das richtig verstanden, dass du jeden Mann in einen KG stecken willst? Generell jeden?“

    Federica: „Ganz genau! Männer sind primitive Schweine. Und sie gehören weggesperrt. Mit ihren Dingern haben sie schon genug angerichtet auf der Welt!“

    KK: „Aber wie stellst du dir das vor? Soll es gesetzliche Vorgaben geben?“

    Federica verzieht den Mund: „Natürlich! Freiwillig geben sie den Zugang zu ihrem liebsten Spielzeug ganz bestimmt nicht ab.“

    KK: „Hast du selbst auch schon schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht?“

    Federica: „Glücklicherweise nicht. Mit denen gebe ich mich nicht ab. Ich lebe in einer lesbischen Beziehung. Sehr glücklich!“ Einzelne Leute pfeifen.

    KK: „Aber wie willst du das denn überhaupt begründen? Das ist ja eine starke Einschränkung für Männer.“

    Federica winkt lässig ab. „Ach! Als ob Männer unbedingt mit ihrem Pimmel spielen müssen! Das ist alles medizinisch bewiesen, dass das nicht nötig ist. Und auf einen Schlag hätten wir keine Vergewaltigungen mehr!“

    KK: „Soll denn wirklich jeder Mann ab einem gewissen Alter einen KG tragen müssen? Wer hat denn dann die Entscheidung, wann er geöffnet wird?“

    Federica: „Ab 18 auf jeden Fall!“

    Lauter Protest von jungen männlichen Zuschauern brandet ihr entgegen. „Oh, ja! Das würde euch auch gut tun!“ Sie zeigt anklagend ins Publikum, von dem einzelne Beschimpfungen auf die Bühne gerufen werden.

    KK: „Ruhig, Leute! Wir wollen Federica ausreden lassen.“

    Federica: „Ein Aufschluss braucht nur aus zwei Gründen praktiziert zu werden. Erstens aus medizinischen. Bei einer Erkrankung oder Verletzung. Das kann dann eine Ärztin machen. Oder wenn der Mann verheiratet ist und die Frau Nachwuchs haben will.“

    Die Hockeytrainierin Mareike meint: „Das ist aber schon ziemlich extrem.“

    Federica: „Nö. Gar nicht. Es ist ganz normal und sollte genau so ablaufen. Die Welt wäre eine bessere.“

    Mareike: „Also, ICH will auch mal einen echten Mann im Bett. Nur so zum Spaß!“ SIe erhält sofort Beifall.

    Federica schüttelt den Kopf. „Alles Ausreden der Männer! Es gibt massenweise Möglichkeiten, wie sich eine Frau befriedigen kann - auch zusammen mit einem Mann, wenn es sein muss. Aber seinen miesen Schwanz braucht niemand dazu.“

    Peter traut sich, sich zu Wort zu melden. Die Moderatorin nickt ihm motivierend zu. Er fragt: „Warum sollen Männer denn gar keinen Spaß haben?“

    Federica schnaubt abschätzig. „Das ist wieder typisch Mann! Typisch! Du denkst, dass es darauf ankommt, dass dein kleiner Wurm abspritzt. Aber das ist vollkommen unwichtig! Du kannst doch auch Freude daran finden, dass du deine Partnerin befriedigst, oder nicht?“

    Peter: „Ja, schon, aber...“

    Federica: „Na, also! Dann schwätz hier nicht so ein Machozeug!“

    KK: „Könnte man sich nicht darauf verständigen, dass erst mal nur Vergewaltiger und so einen KG tragen müssen?“ Mareike nickt.

    Federica: „Für solchen Abschaum hätte ich eine ganz andere Idee! Schnell, einfach, preiswert. effektiv!“ Jetzt hat sie doch wieder die Mehrheit der Zuschauer hinter sich. Vor allem der weiblichen Anwesenden.


    KK: „Nun, eine interessante Vorstellung auf jeden Fall. Aber kommen wir nun zu meinem vierten Gast. Ich heiße Hendrike willkommen!“

    Während eine Frau mit langem blonden Pferdeschwanz zu ihrem Stuhl stolziert, stellte die Stimme aus dem Off sie vor: „Hendrike, 29 Jahre, Wissenschaftlerin und forscht an der männlichen Sexualität.“

    KK: „Das hört sich spannend an. Was genau erforscht du, Hendrike?“

    Hendrike: „Ich experimentiere mit der männlichen Libido. Meine Probanden erleben unterschiedliche Intensitäten des Verlangens. Ich erforsche dabei ihr Verhalten.“

    KK: „Wie sieht das praktisch aus?“

    Hendrike: „Zum Beispiel werden die Probanden in Keuschheitsvorrichtungen verschlossen und führen Tagebuch, welchen Erregungszustand sie mit der Zeit haben. Sie werden dabei diversen sexuellen Inputs ausgesetzt, stimuliert durch Bilder und Videos zum Beispiel.“

    KK: „Wie lange dauerte denn dieses Experiment?“

    Hendrike: „Es läuft noch.“

    KK:„Wie lange sind denn die Armen schon in ihren Keuschheitsschellen?“

    Hendrike: „Das Experiment hat vor 189 Tagen begonnen.“ Ein Raunen geht durch das Studio.

    KK: „189 Tage!!! Und wann ist es beendet?“

    Hendrike: „Das ist ein bisschen kompliziert. Ich habe verschiedene Probandengruppen. Für einige endet das Experiment nach 200 Tagen, andere sind noch länger dabei. Wir werden eine Gruppe nach 365 Tagen auflösen, und eine kleine Gruppe wird auf unbestimmte Zeit weiterlaufen, um Langzeiterfahrungen zu sammeln.“ Wieder Raunen.

    KK: „Das heißt also, dass einige der Männer ein ganzes Jahr keusch bleiben? Und einige sogar länger? Und das bei regelmäßiger Stimulation?“ Hendrike nickt.

    KK: „Um es mal verständlich auszudrücken: Die Versuchspersonen werden aufgegeilt und müssen trotzdem in ihren KGs bleiben.“ Wieder nickt sie.

    KK: „Aber macht das denn jemand mit? Wie viel Geld bekommen die?“ Sie wartet nicht auf eine Antwort, sondern fragt gleich ins Publikum: „An die Herren der Schöpfung: Für viel Geld würdet ihr so lange im KG schmoren?“

    Zahlreiche Zwischenrufe ertönen. Es werden Millionenbeträge genannt, und einige rufen auch: „Für kein Geld der Welt!“


    Das war KKs Stichwort: „Hendrike, wer finanziert das Experiment? Da muss doch sicherlich ganz viel Geld fließen?“

    Hendrike: „Nein, für die Teilnahme gibt es einen Tagessatz von fünf Euro.“ Ungläubiges Staunen. Auch bei der Moderatorin. „Aber wieso machen die Kerle für so wenig Geld da mit? Warum steigen sie nicht einfach aus?“

    Hendrike: „Wir sichern uns vorher vertraglich ab. Die Schellen werden nicht geöffnet, falls sie das Experiment abbrechen. Da sie ausbruchsicher sind, müssten sie dann lebenslang getragen werden.“ Staunende Laute aus dem Publikum.

    KK: „Und warum macht da überhaupt jemand unter diesen... sorry... miesen Bedingungen mit?“

    Hendrike druckst ein wenig herum. „Der Vertrag ist nicht leicht zu lesen... Aber da kenne ich mich nicht aus. Das kann unsere Rechtsabteilung besser erklären.“

    Federica ruft: „Ich finde es gut! Forschung ist wichtig für den Fortschritt! Kann ich nur voll unterstützen.“

    KK: „Was gibt es denn für Ergebnisse bei deiner Forschung?“

    Hendrike: „Vor allem teste ich, wozu die Probanden bereit sind, wenn sie dafür als Belohnung eine Ejakulation bekommen. Mit zunehmender Abstinenzzeit steigt die Bereitschaft an, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden. Ich kann aus Gründen des Jugendschutzes hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber man kann es vielleicht am ehesten vergleichen mit einem Drogensüchtigen, der seine Droge nicht bekommt. Er tut schließlich alles dafür, sie zu erhalten. Alles dreht sich nur noch um die Droge.“

    Federica ruft: „Ha! Da sieht man wieder, wie primitiv Männer sind!“

    KK: „Aber gibt es auch sinnvolle Anwendungen für deine Forschung? Was nützen die Erkenntnisse?“

    Hendrike: „Oh, da gibt es eine ganze Menge. Angefangen von der Frage, ob Spermien, die länger im Hoden reifen können, qualitativ besser sind, bis hin zu hormonellen Umstellungen im Körper des Mannes und die Auswirkungen auf sein Verhalten.“


    Das wird der Moderatorin offenbar zu wissenschaftlich. Sie dankt kurz der Frau und dreht sich wieder zum Publikum. „Kommen wir zu unserem letzten Gast am heutigen Tage. Ich begrüße... Valentino!“ Ein schwarzhaariger Typ kommt hereingestürmt und hebt die Arme wie zum Jubel. Applaus aus dem Zuschauerraum. Der Gast trägt eine helle Jeans, Basketballturnschuhe, die nicht zugeschnürt sind und eine Baseballjacke über einem T-Shirt. Um seinen Hals ist eine dicke Goldkette zu sehen. Die Stimme aus dem Off: „Valentino ist 22 Jahre alt und bezeichnet sich selbst als Mädchenschwarm. Keuschheitsgürtel für Männer sind für ihn das Letzte!“

    Geteilte Stimmung beim Publikum. Einzelne Männer jubeln zustimmend, einige Girls pfeifen ihn aus und rufen „Buh!“ und „Pfui!“


    Valentino macht noch ein paaar Poserfiguren für das weibliche Publikum und setzt sich.

    KK: „Valentino, du hast bestimmt schon sehr viele Girls gedatet, oder?“

    Der junge Mann grinst breit wie ein Honigkuchenpferd. „Willst du eine Zahl hören, Katharina?“

    Die Moderatorin lacht. „Wenn du sie mir verrätst?“

    Valentino rutscht in Pose und antwortet: „Genau kann ich sie nicht mehr zählen. Aber ich habe auf jeden Fall schon über hundert Girls gehabt.“ Höhnischer Tumult im Publikum. Seiner Aussage glauben die wenigsten. Valentino hebt die Schultern. „Ich bin in meiner Hood voll der Babo! Ich krieg immer nur erste Wahl. Manchmal habe ich zwei oder drei Bunnys am Start.“

    KK: „Und du würdest nie einen Keuschheitsgürtel tragen?“

    Valentino schüttelt angewidert den Kopf. „Ey, Mann! Das geht gar nicht!“

    Federica schaltet sich lautstark ein: „So Mülltypen, wie du, sollten als erstes einen bekommen!“

    Valentino: „Wer redet mit dir, Bitch?“ Tumult im Publikum. Alles ruft durcheinander.

    Die Moderatorin muss sich rufend durchsetzen: „Keine Beleidigungen unter der Gürtellinie, bitte.“

    Valentino: „Die ist doch chronistisch untervögelt, die Alte!“ Gelächter.

    Federica: „Das reicht! Du hörst von meiner Anwältin, dann kannst du zehn Jahre lang im Knast vögeln und gevögelt werden!“ Wieder Tumult bei den Studiobesuchern.

    Valentino ruft: „Die kann sich nackt auf meinen Bauch binden, ey, da passiert nix! Null!“

    Federica zickt zurück: „Ja, deinen Mikropimmel würde eh niemand finden.“

    Die Moderatorin schreitet ein: „Unser Thema ist der männliche Keuschheitsgürtel und wer ihn trägt.“

    Valentino winkt ab: „Die gibt es doch höchstens in perversen Sadomasofilmen oder so. Die trägt doch keiner in Echt!“

    KK: „Oh, laut unserer Recherchen werden jährlich tausende Exemplare verkauft. Wer kauft die, wenn sie niemand trägt?“ Darauf weiß der Gast nichts zu sagen.

    KK: „Mareike hat uns ihre Geschichte erzählt. Und sie hat uns was als Beweis mitgebracht.“

    Die Trainerin holt aus ihrer Jackentasche einen großen Schlüsselbund mit elf Keys und reicht ihn der Moderatorin. Katharina Karma zeigt ihn groß in die Kamera. Dann gibt sie ihn an Peter. „Ich lass ihn mal rumgehen.“ Er reicht ihn an Mareike zurück, die ihn zu Hendrike schiebt.


    KK: „Peter, jetzt haben wir die ganze Zeit über Keuschheitsschellen gesprochen, aber noch keinen gesehen.“ Sie lächelt ihn auffordernd an. Peter wird unruhig.

    KK: „Trägst du deinen KG zurzeit?“

    Peter: „Ja...?“

    KK: „Und wie lange schon?“

    Peter: „13 Tage.“

    Valentino lacht spottend: „Haha! Alter, in der Zeit hab´ ich mindestens 15 bis 20 Mal einen weggesteckt.“

    KK: „Wiillst du uns deinen KG mal zeigen, damit die Zuschauer ihn sehen können?“

    Peter ächzt kurzatmig. Das war aber nicht abgesprochen! Er wollte doch nicht im Fernsehen seine Hosen runterziehen und seinen KG zeigen! Es hatte seine Freundin und die Produktionsfirma der Talk Show schon reichlich Mühe gekostet, dass er sich überhaupt als Keuschling outete. „Ich weiß nicht...“

    Schon skandiert das Publikum ausgelassen im Chor: „Aus-zieh-en! Aus-zieh-en! Aus-zieh-en! Aus-zieh-en! Aus-zieh-en!“

    KK sieht ihn erwartungsvoll an und macht eine Geste, dass er nun blankziehen soll. Alle Augen sind auf ihn gerichtet und warten. Peter steht auf. Er fühlt sich ganz schummerig und wackelig auf den Beinen. Mit zitternden Händen öffnet er seine Jeans. Eine Kamerafrau kommt mit einer kleinen Handcam näher und zoomt in seinen Schritt.


    Schließlich steht Peter da und würde am liebsten vor Scham im Boden versinken. Der KG bedeckt zwar den Großteil seines besten Stückes, aber die Hoden hängen darunter frei. Eine Mitarbeiterin hilft ihm dabei, aus den Hosen auszusteigen und läuft mit Slip und Jeans in die Kulisse. Peter steht weiterhin regungslos da.

    KK: „Jetzt sehen wir mal, wie so was aussieht. Bist du einverstanden, dass du deine Hosen erst am Ende der Sendung zurückbekommst?“

    Peter will etwas sagen, aber KK schneidet ihm das Wort ab. „Super! Dann setz dich wieder hin.“

    Valentino kichert: „Wie peinlich bist du denn!?“


    Inzwischen hat Mareike ihren Schlüsselbund zurück und runzelt die Stirn. „Ich glaube, da fehlt ein Key.“

    KK: „Wie viele waren denn dran?“

    Mareike: „Mein Kader besteht aus elf Jungs. Jetzt sind nur zehn Schlüssel dran.“

    KK: „Willst du etwa andeuten, dass einer von meinen Gästen den geklaut hat?“

    Mareike: „Nein, ich... Aber es gibt keine andere Erklärung...“

    KK: „Vielleicht schaust du in Ruhe nach der Sendung noch mal nach.“

    Mareike: „Ja, es ist nur schade, weil ich den Jungs versprochen habe, nach der Aufnahme der Sendung alle KGs aufzuschließen. Wenn jetzt einer fehlt, muss er neu beim Hersteller geordert werden, und der ist im Ausland. Das kann bis zu drei Wochen dauern.“

    KK: „Der taucht schon wieder auf. So, liebe Freunde, jetzt wollen wir natürlich auch wissen, was andere zu dem Thema meinen. Friday Talk - Deine Meinung zählt!“


    Sie geht mit einem Handmikrofon zu den Zuschauern und befragt eine junge Frau. „Wie heißt du, und was ist deine Meinung zu KGs für Männer?“

    Die Angesprochene wischt sich eine Haarsträhne ihrer blonden Haare aus dem Gesicht. „Ich heiße Melinda und finde, dass kriminelle Männer auf jeden Fall einen KG tragen sollten. Man könnte ja Gesetze machen. Also zum Beispiel für Diebstahl fünf Jahre KG, oder so. Und für Vergewaltigung lebenslang.“

    Applaus brandet auf.

    KK: „Und alle anderen? Federica hat ja vorgeschlagen, dass generell alle Männer KG tragen müssen.“

    Melinda: „Also, das würde mir persönlich jetzt zu weit gehen, muss ich sagen.“

    KK: „Verstehe.“ Sie geht ein paar Schritte weiter und reicht das Mikro in die dritte Reihe, wo sich eine schwarzhaarige Frau mit blauen Augen gemeldet hat.

    „Mein Name ist Anna. Ich finde, dass man einen Kompromiss machen müsste. Also alle Männer im KG: Ja - aber nur bis zu einem gewissen Alter. Ich würde so 30 sagen.“

    KK: „Und warum?“

    Anna: „Weil die jungen Boys einfach zu testosterongesteuert sind und noch unreif. Vielleicht werden sie durch einen KG eher ruhig. Und es gäbe ja auch viel weniger sexuelle Nötigungen und Überfälle auf Frauen.“

    KK: „Danke für deine Meinung.“ Sie geht weiter und gibt das Mikro an einen jungen Mann. „Ich bin Mark. Und ich finde, dass man Männer nicht einfach zwingen darf. Wir reden hier von einem Grundbedürfnis, das...“

    Federica lacht laut. „Kein Mann stirbt daran, wenn er keusch lebt!“ Wieder gibt es Tumult im Publikum.

    KK reicht das Mikro an einen anderen jungen Mann, der sich schon die ganze Zeit meldet. „Ich heiße Jannis. Und ich kann aus eigener Erfahrung sprechen. Ich habe eine Zeitlang einen KG getragen, weil meine Freundin es so wollte. Und ich weiß, wie hart es sein kann, für zwei oder drei Wochen verschlossen zu sein! Es ist die Hölle!“

    Einige Frauen jammern ironisch. Auch Federica lacht hämisch.

    Jannis: „Oh, ja! Ihr könnt es euch nicht vorstellen!“

    KK: „Trägst du aktuell auch einen KG?“

    Jannis schüttelt schnell den Kopf. „Nein, seit ich mit meiner Freundin Schluss habe, nie wieder.“

    Peter ruft: „Da muss ich ihm Recht geben. Nach zwei Wochen ist es übelst heftig!“


    KK dreht sich zu Peter um. „Und da kommen wir zu dem Punkt, auf den ich mich schon die ganze Sendung freue. Peter, wir haben noch eine weitere Überraschung für dich. Eine zweite Videobotschaft deiner Freundin.“ Sie dreht sich zur Leinwand, wo Peters bessere Hälfte wieder erschien. „Hallo Peter, du weißt ja selbst, dass in letzter Zeit nicht alles so gut verlaufen ist. Ich habe mich öfter mal über dich geärgert. Es waren zwar nur Kleinigkeiten, aber... Egal. Auf jeden Fall muss ich dir sagen, dass ich jemanden kennengelernt habe.“

    Im Studio wird es mucksmäuschen still. „Ja, wir treffen uns schon seit einigen Wochen. Und es ist auch Florians Idee gewesen, dich noch eine Woche länger schmoren zu lassen. Ich meine, ist ja logo, dass er nicht will, dass wir Sex haben. Also... dieses Wochenende komme ich nicht zu dir. Ich fahre mit Flo erst mal in Urlaub chillen. In 14 Tagen sehen wir weiter. Ich melde mich bei dir und schick dir dann auch den Schlüssel für den KG. Es ist vorbei. Sorry.“


    Das Video endet wieder mit einem Tusch. KK wirft sich in Pose. Mit einem gespielten mitleidigen Tonfall fragt sie: „Oh, Peter. Das muss ein echter Schock für dich sein. Wie fühlst du dich?“

    Peters Unterkiefer zittert. Er kann nicht sprechen.

    KK: „Die Vorstellung muss schrecklich sein, dass deine Freundin mit einem anderen Typen in Urlaub fährt und dort... hach, ich will es gar nicht aussprechen...“

    Valentino ruft es stattdessen: „Tag und Nacht ficken!“

    KK: „Und du sitzt die nächsten zwei Wochen mindestens noch im KG verschlossen zu Hause.Wie erniedrigend! Wie ungerecht! Wie gemein! Was sagst du dazu? Was willst du antworten? Du hast jetzt die Möglichkeit, deiner Freundin zu antworten.“ Demonstrativ reicht sie ihm das Mikro.

    Peter ist immer noch nicht in der Lage, sich zu artikulieren. Federica stichelt: „Bist du stumm geworden, oder was?“

    Valentino kichert. „So sehen Loser aus!“

    Federica meint zu Hendrike: „Vielleicht macht er jetzt bei deiner Experimentengruppe mit.“

    Mareike ist die einzige, die echtes Mitleid hat und nimmt Peter in den Arm, was allerdings beim Publikum nur für lautes Gehöhne sorgt.

    KK: „Und jetzt können unsere Zuschauer zu Hause an den Bildschirmen etwas gewinnen. Wer bei unserer Abstimmung mitmacht, hat die Chance auf 10.000 Euro. Rufen Sie an! Viel Spaß!“

    Bumm - Bumm - Bumm - Tatata! Tatata! Bumm - Bumm - Bumm - Tatata! Tatata!

    Die Sendung geht in eine Werbepause.


    KK läuft zur Seite hinter die Kameras und lässt sich von einer Visagistin das Make-up richten. Eine andere Mitarbeiterin zupft an ihrem Oberteil und wischt ein Haar weg. Zwei Angestellte motivieren und animieren die Zuschauer und üben noch mal den Beifall auf einen bestimmten Hinweis hin ein. Dazu werden Schilder außerhalb des Kamerabildes hochgehalten. Dann kommt KK zurück auf die Bühne stolziert. Sie stellt sich vor ihre fünf Gäste und grinst. „Also, wer von euch hat den Key von Mareikes Bund stibitzt?“

    Alle streiten es ab. KK lacht und droht spielerisch mit dem Zeigefinger. „Einer war es!“


    Dann geht die Show wieder auf Sendung. „Da sind wir auch schon wieder zurück. Und wir haben auch schon das Ergebnis der Befragung zum heutigen Thema. Also nicht mehr anrufen.“

    Die Abstimmung wird mit einer Balkengrafik vorgestellt. Für die erste Option „Keinen KG-Zwang für Männer“ haben 78 % der Männer und 9 % der Frauen gestimmt. „KG-Zwang für Kriminelle“ wählten 21 % der Männer und 54 % der Frauen. Für „KG-Zwang bis 30“ waren 1 % der Männer (33 % der Frauen) und für „KG-Zwang generell für alle Männer“ war kein männlicher Anrufer und nur noch 4 % der Frauen.

    KK stellt fest: „Da sieht man den deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Der Gewinner der 10.000 Euro ist unten eingeblendet. Herzlichen Glückwunsch! Nächste Woche sehen wir uns wieder. Dann mit dem Thema: Sex in der Öffentlichkeit - mein Fetisch.“


    Der Abspann spielt die laute Musik der Talk Show ein. KK grinst in das Objektiv, bis das Kameralicht erlischt. Ruckartig verschwindet ihr freundliches Gesicht. Für ihre Gäste hat sie keine Zeit mehr. Das Publikum drängt langsam zu den Ausgängen. Peter wartet noch auf seine Hosen. Endlich wirft ihm eine Mitarbeiterin die Sachen vor die Füße.

    Bevor die Showgäste im Backstagebereich verschwinden, fragt Mareike noch mal nach dem Key. Aber alle zucken mit den Schultern. Die Trainierin atmet tief aus. Na, das wird ja eine schlechte Nachricht für einen der Jungs werden.

    Valentino bedient sich am Buffet im Backstagebereich. Als er das Studio verlässt, fällt ihm eine aufgebretzelte Blondine in die Arme. „Valentino, mein Tiger! Du warst einsame Spitze!“ Sie küssen sich, während Valentinos Hände ungeniert unter das enge Shirt der Frau kriechen. Er kann es kaum erwarten, die heiße Braut flachzulegen. Bei seinem tiefergelegten Cabrio angekommen, greift er in die Tasche seiner Hose und zieht einen kleinen Key hervor, wirft ihn in den Gulli und grinst.


    Während Mareike die Schlüssel an ihre Hockeyjungs verteilt, muss sie dem Letzten sagen, dass er leer ausgeht. „Ich kümmere mich so schnell es geht um Ersatz.“

    Dem jungen Mann stehen Tränen in den Augen. Aber er will sich vor den Teamkollegen keine Blöße geben und mimt den starken Mann: „Wird schon. Nicht so schlimm.“

    Einer seiner Kameraden meint: „Ja, Kopf hoch! Ist doch kein Problem, oder?“


    Peter ist derweil auf dem Weg nach Hause. In seiner Wohnung angekommen betrachtet er ein Foto seiner Exfreundin. „Wie konntest du mich öffentlich so demütigen?“

    Da piept sein Smartphone. Eine Textnachricht mit einem kurzen Video ist von ihr eingegangen. „Hallo Peter, sorry, das ich dich so kurzfristig abserviert habe. Aber Flo ist einfach das viel bessere Herzblatt. Flo ist so schön und auch geschickt... Das Video will er dir unbedingt schicken. Sorry.“

    Peter klickt die Videodatei an: 34 Sekunden lang sieht er in Nahaufnahme, wie die zwei es lustvoll treiben.


    Der Aufnahmeleiter der Sendung aktiviert gerade die Gagen: Die Studiogäste erhalten jeweils 500 Euro für ihren Auftritt. Peters Freundin hat mehr oder weniger nach Drehbuch behandelt und bekommt für ihre Videos 1.000 Euro. Nur das dritte Filmchen mit Florian war dessen eigene Idee gewesen, um es dem Ex mal so richtig zu zeigen. Er besitzt mittlerweile auch den Key für Peters KG. Ein geiles Gefühl der Macht! Vorläufig hat er nicht vor, ihn dem Typen zuzuschicken. Er soll ruhig noch ein wenig darum betteln.


    Katharina Karma ist zufrieden mit den Einschaltquoten der Show. So gute Zahlen hat sie schon lange nicht mehr gehabt. In den sozialen Medien wird fleißig über KG-Zwang bei Männern diskutiert. Eine Userin namens kleine-maus98 schreibt: „Männer, die fremdgehen, sollten für ein paar Monate oder Jahre in einen KG!“

    Ein wohl männlicher User namens Trek0815 antwortet: „Und was ist mit Frauen?“

    kleine-maus98: „Die gehen nicht fremd. Außer, der Typ ist ein Arschloch!“

    JensHH: „Entweder alle oder keiner!! Gleichberechtigung!!!!!“

    Superwomaninlove: „Nur Männer denken mit ihren Schwanz. Es gibt ja wohl kaum Frauen, die Männer vergewaltigen tun. Wegen das bin ich auf jeden für KG-Zwang bei Männer! Die Gesetze müssen sofort geändert werden!“

    Daumen hoch von bisher 1.837 Usern, Daumen nach unten 305 User. Weitere Kommentare kommen im Minutentakt herein. Auch zu Peters Schicksal. Viele haten die gemeine Freundin, andere finden sie obercool. Von einigen Usern wird Peter verspottet. Das Thema wird breit diskutiert. Katharina Karma freut sich. Eine wunderbare Publicity für den Friday Talk.


    Am nächsten Tag greift sie zum Telefon und wählt die Nummer von Peters Freundin. „Hallo, hier Katharina Karma von Friday Talk - Deine Meinung zählt! Ich habe ein verführerisches Angebot für dich. Wenn du dir das mit der Schlüsselrückgabe an Peter noch mal überlegst, könnten wir da eine super Story draus machen...“ Sie erzählt, wie sie Peter dann in einem Monat erneut in eine Sendung einladen würde. Thema: Meine Freundin hat mich verarscht! Dann würde seine Ex als Überraschungsgast dazukommen, ihm den Key vor die Nase halten und ihn auffordern, sich in der Sendung hinzuknien und um Erlösung zu betteln. Letztlich würde sie den Key aber behalten. Für den Auftritt würde die Produktionsfirma 5.000 Euro lockermachen. Das würde den Aufreger der Woche geben, und der Friday Talk wäre in aller Munde.

    Katharina Karma betont: „Du brauchst deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn du wüsstest, wie mies Peter über dich gesprochen hat! Unter der Gürtellinie!“ Die Moderatorin grinst. Das war zwar erfunden, aber ein bisschen Motivation war nie verkehrt.

    Die Ex ist einverstanden: „Ich will das aber noch mit Flo besprechen, was er dazu meint.“


    Katharina Karma ist zufrieden und fährt nach Hause in ihr Luxus-Apartement mitten in der City. „Hi, Schatz. Du bist schon von der Geschäftsreise zurück? Dann haben wir ja den ganzen Abend für uns.“ Sie schmiegt sich an ihren Partner, einen erfolgreichen Fondmanager, der sie vor drei Jahren auf einer Party kennengelernt hat. Er küsst sie zärtlich. „Ich habe uns ein Abendessen gekocht. Dein Lieblingsgericht.“

    Katharina lächelt und sieht den edel gedeckten Tisch im Essbereich des riesigen Raumes. Im Hintergrund knistert der Kamin. Leise klassische Musik ergänzt die angenehme Atmosphäre. Sie nimmt Platz, während ihr Partner sie bedient. Sie trinken den teuren Rotwein und genießen das Mahl gemeinsam; anschließend stellt Katharina ihr hohes Glas ab, steht auf und greift nach der Hand des Mannes. Sie zieht ihn hinter sich her. Ihr Ziel ist das luxuriöse Schlafzimmer.

    Gegenseitig entblättern sie sich und legen sich aufs Bett. Der Mann küsst sie auf Brust, Bauch, Schenkeln und dann auch auf ihrer Weiblichkeit. Katharina drückt lustvoll ihren Rücken durch und stöhnt. Sie weiß, was die Zunge ihres Partners kann. Sie nähert sich nach und nach einem gewaltigen Höhepunkt, in dem sich ihre ganze Lust entlädt. Ihre Hände krampfen sich um das Bettlaken. Schließlich erreicht sie einen Orgasmus, der sie schwindeln lässt vor Ekstase.


    Nur langsam entspannt sie sich und seufzte zufrieden vor sich hin. Ihr Freund streichelt und küsst sie. Sein Liebesstab ist hart wie Granit. Flüsternd bittet er: „Schließt du mich heute auf?“

    Katharina überlegt ein paar Sekunden. Sie streichelt ihm über den Kopf und lächelt. „Vielleicht nächste Woche.“

    Ein Zittern bebt durch seinen Körper als er antwortet: „Ja, Kathi.“

    Die Frau schaltet den großen Flachbildschirm an der Wand ein. Gerade läuft eine Wiederholung ihrer Talkshow. Die Nahaufnahme zeigt gerade Peter, wie ihm Tränen in den Augen stehen.

    Ihr Partner fragt: „Ist das der Bengel, den ihr mit seiner Freundin verarscht habt?“

    Katharina nickt grinsend. „Ja, er wird demnächst noch mal in die Show kommen. Dafür werden wir sorgen. Das wird ein herrlicher Spaß.“

    Ihr Freund streichelt seine Angebetete. „Du bist aber auch ein böses Mädchen!“ Er küsst ihre kleinen Zehen.

    Katharina drückt ihn auf den Rücken und klettert auf sein Gesicht. „JETZT werde ich ein böses Mädchen...“


    Zur dieser Zeit sieht auch Valentino die Ausstrahlung der Sendung auf dem TV in seiner Liebeshöhle und treibt es gleichzeitig mit der Blondine. Er nimmt sie im Doggy-Style, während sie sich weit über das Bett beugt. Seine Hüfte klatscht gegen ihre Hinterbacken. Valentino ist von sich begeistert. „Der ollen Lesbe habe ich es so richtig gezeigt!“

    Gerade ruft Federica im Fernsehen zu ihm rüber: „Ja, deinen Mikropimmel würde eh niemand finden.“

    Valentino bumst seine Blondine fester und härter. „Findest du auch, dass er zu klein ist? Hä? Meinst du das auch?“

    Die Blondine verzieht vor Schmerz das Gesicht auf der Matratze. „Nein, Valentino. Nein, er ist mächtig! Du hast den größten Schwanz, den ich kenne. Ich liebe ihn. Besorge es mir damit! Ja, tief hinein! Baby, ich liebe deinen megaharten Prügel!“


    Auch Federica guckt sich den Friday Talk im Fernsehen an. Sie liegt mit ihrer Lebensgefährtin auf dem Bett. Beide liebkosen sich.

    Die Freundin meint: „Was für ein Arschloch, dieser Valentino!“

    Federica: „Ja, wenn ich die Macht hätte, würde ich ihn lebenslang in einen KG stecken. Da könnte er dann schmoren und an seiner Geilheit verrecken! Den würde ich nie wieder rauslassen, egal, wie sehr er bettelt oder jammert!“


    Als die Wissenschaftlerin Hendrike ihren Auftritt hat, schwitzen zahlreiche junge Männer vor ihren Fernsehgeräten und blättern aufgeregt in ihren Vertragsunterlagen mit dem Institut. Gehören sie zu den Probanden, die nach 200 Tagen das Experiment beenden dürfen? Oder haben sie etwa unwissentlich für 365 Tage unterschrieben? Oder gehören sie womöglich zu der Gruppe, die noch viel länger in ihren KGs stecken werden? Das Juristendeutsch ist kaum zu entziffern.


    Ein Wirtschaftsinstitut stellt in den Wochen nach Ausstrahlung des jüngsten „Friday Talk“ fest, dass der Absatz für Keuschheitsgürtel und -schellen in Deutschland um 35 Prozent in die Höhe geschnellt ist.

    In der Stadt, in der die Sendung aufgenommen wurde, gehen hunderte Frauen auf die Straße und demonstrieren für „Zwangskeuschheit für Gewalttäter!“ Das teilweise martialische Auftreten einiger Teilnehmerinnen wirkt militant. So mancher männliche Beobachter bekommt das Gefühl, dass diese Frauen jeden Mann als „Gewalttäter“ bezeichnen würden.


    Einige Politiker machen die Sendung „Friday Talk“ für die ausufernden Diskussionen in der Gesellschaft verantwortlich. Auch die Moderatorin Katharina Karma wird scharf kritisiert. Schließlich bleibt dem Sender zur Schadensbegrenzung nichts anderes übrig, als das Format abzusetzen, obwohl es ein Quotengarant gewesen ist.


    Einige Monate später verebben die Rufe nach neuen Gesetzen im Zusammenhang mit Keuschheitsgürteln. Die Aktivistinnen begnügen sich damit, ihren eigenen Partner in einer Schelle zu halten - um sie vor den Verführungen von skrupellosen Frauen zu schützen. Gesellschaftlich ist das Thema längst kein Tabu mehr. Die Männer gehen mit ihren KGs offen um. Die Partnerinnen tragen stolz den Key meist sichtbar um den Hals. Der KG wird nicht nur zur Mode, sondern er gehört zum guten Ton. Umfragen zeigen, dass 74 Prozent der Männer eine Schelle oder einen Gürtel tragen. Wer zur Minderheit gehört, muss sich fragen lassen, ob er sich nicht schäme, so frei herumzulaufen.

    Ist das nicht obszön und respektlos Frauen gegenüber?, fragt eine Journalistin in ihrer Kolummne.

    In einigen Internetblogs geht es um das Problem von Singlemännern, die keine Keyholderin haben. Das Geschäft mit den Schlüsseln wächst. Mittlerweile ist es verpönt, sich als KG-loser Mann zu outen. Das wird als so ordinär und anstößig empfunden, als würde man vor fremden Frauen seinen nackten Penis auspacken und auf den Tisch legen.


    Der Prozentsatz der KG-Träger ist bald auf 87 Prozent gestiegen. Ein Jahr später gibt es doch die ersten Gesetzesänderungen. KG-Träger zahlen einen verringerten Steuersatz, eine niedrigere Krankenversicherung und dürfen zum Beispiel eine gemischte Sauna besuchen. KG-Verweigerer müssen zahllose Einschränkungen und gesellschaftliche Ächtung in Kauf nehmen.


    Drei Jahre später wird der KG bei Männern generell zur Pflicht. Im Rahmen der „sexuellen Selbstbestimmung“ wird zwar vorausgesetzt, dass Männern die „regelmäßige Gelegenheit zur Ejakulation“ ermöglicht wird, doch wie genau dieses Gesetz ausgelegt wird, bleibt im Ermessen der Keyholderin.

    Männer, die außerhalb von privaten Räumlichkeiten ohne KG erwischt werden, können in Haft kommen und zwangsverschlossen werden. Mit dem staatlichen Zwangsverschluss werden Männer, die das erste Mal ohne KG angetroffen werden, mit einer Verschlusszeit von drei Monaten bestraft. Im Wiederholungsfall kann diese Zeit bis auf 3 Jahre verlängert werden.


    Ein Mann, der im Internet Forderungen nach weiblichen Keuschheitsgürteln aufwirft, erhält wegen sexueller Nötigung einen Zwangseinschluss von zwei Jahren. Die Richterin stellt in ihrer Urteilsverkündung klar: „Das Gericht behält sich eine Sicherheitsverwahrung vor, sollte es nach den zwei Jahren zu der Ansicht gelangen, dass sich die Gesinnung des Verurteilten nicht grundlegend verändert hat.“

    Der Mann wird abgeführt und noch im Gerichtsgebäude von einer Polizeiärztin verschlossen. Den Moment halten zig Pressekameras fest. Die Fotos erscheinen überall und sorgen für weitere Diskussionen. Doch kaum jemand hält das Urteil für zu hart. Im Gegenteil: Viele Frauen verlangen eine längere Verschlusszeit für den Täter. Und die Prügelstrafe. Manche Frauen überbieten sich gegenseitig mit Grausamkeiten. Der Verurteilte wird zur Bestie hochstilisiert.


    Einige Wochen später bilden sich sogenannte Bürgerwehren: Frauen, die auf den Straßen patrouillieren. Männer, die keine Frau bei sich haben, müssen nachweisen, dass sie einen KG tragen. Erwischen die Kontrolleurinnen einen KG-Losen, dann sorgen sie für Gerechtigkeit. Die Selbstjustiz wird vom Staat nicht gutgeheißen, aber in den meisten Fällen geduldet. Im günstigsten Fall werden sie anonym verschlossen und bleiben es dann zwangsläufig lebenslang.


    Die Moderatorin Katharina Karma ist längst wieder auf Sendung. Die jüngsten Themen ihrer ebenfalls wieder aktivierten Show „Friday Talk“ heißen nun „Sollten Männer ein Mitbestimmungsrecht in der Gesellschaft bekommen?“ Und: „Aufschluss für Männer - Pro und Contra.“ Sowie: „Orgasmus für Männer - pervers!“

    Da die Moderatorin mittlerweile in zwei verschiedenen Städten mit einem Zweitformat auf Sendung geht, wohnt sie mal hier, mal dort. In beiden Orten hat sie jeweils einen anderen Lebensgefährten.

    Zwei oder drei Männer pro Frau sind inzwischen gesellschaftlich durchaus anerkannt. Der nächste „Friday Talk“ soll daher unter dem Motto laufen: „Zwei, drei oder vier - wie viele Männer sind genug?“


    Katharina Karma lächelt in die Kamera. In ihrem weiten Dekolletee baumeln zwei Keys an einer goldenen Kette. Beim jüngsten Casting für die Show war eine Frau dabei, die zwölf Keys um den Hals hängen hatte. Das wird eine interessante Ausgabe, ist sich die Moderatorin sicher. Sie strahlt über das ganze Gesicht. „Meine Damen! Schalten Sie auch nächsten Freitag wieder ein, wenn es heißt: Friday Talk - Deine Meinung zählt!“

    Die Zuschauerinnen applaudieren. Die Musik ertönt laut: Bumm - Bumm - Bumm - Tatata! Tatata!

    Beim Rausgehen meint eine Frau zu ihrer Nachbarin: „Hach, wir leben in einer aufregenden und wunderbaren Zeit.“

    Die andere Frau grinst. Sie trägt drei Keys um den Hals und nickt.



    Epilog


    Federica arbeitet mit ihrer Lebensgefährtin inzwischen bei einer Erziehungsberatung für Frauen. Dort hilft sie Kundinnen, die mit der Erziehung ihres Mannes nicht zufrieden sind. Mit diversen Verhaltenskorrekturmaßnahmen therapieren die Expertinnen renitente Männer, so dass auch sie ihrer gesellschaftlichen Rolle gerecht werden können.


    Mareike ist nun „Schlüsselwartin“ der gesamten Männermannschaften des Vereins. In ihrer „Sammlung“ befinden sich 468 Exemplare. Sie führt genauestens Buch über Aufschlüsse. In ihrer Statistik findet sie Keys, die seit über sechs Monaten nicht herausgegeben worden sind. Dabei handelt es sich oftmals um Disziplinarmaßnahmen.


    Peter ist zum Spielball seiner Exfreundin geworden. Zunächst hatte sie gemeinsam mit ihrem neuen Freund Spaß daran, Peter im KG schmoren zu lassen, aber seit auch der neue Partner seinen vorgeschriebenen KG erhielt, spielt die Freundin die beiden Männer gegeneinander aus. Derjenige, der sie mehr beeindrucken kann, darf aus seiner Schelle raus. Doch meistens steht für sie schon vorher fest, dass sie ihrem Florian die Freiheit gönnt. Trotzdem verliert Peter die Hoffnung bis heute nicht. Sein letzter Aufschluss liegt lange 122 Tage zurück.


    Hendrike arbeitet noch an ihrem Langzeitexperiment mit permanentem Verschluss. Allerdings muss sie seit drei Jahren neue Probanden verwenden, die sich ausschließlich aus verurteilten Kriminellen speisen. Privat hat sie zwei Keuschlinge in ihrem Haushalt. Mit dem Mann, der das größere Genital besitzt, hat sie wöchentlich zwei Mal Sex. Der andere erhält ein Mal im Monat einen Aufschluss. Er hat dann 30 Sekunden Zeit, um sich Erleichterung zu schaffen. Es klappt nicht immer, und das Gejammer ist danach sehr groß. Aber Hendrike ist konsequent und auch ein bisschen schadenfroh, denn in solchen Fällen lacht sie ihn aus, verschließt ihn wieder und zieht sich mit ihrem bevorzugten Lover im Schlafzimmer zurück.


    Valentino war noch lange Zeit überzeugter Nicht-Träger. Aber irgendwann wurde ihm ein KG vom Staat verordnet. Mehrere Polizeibeamtinnen mussten ihn festhalten, als die Amtsärztin ihm die Schelle anlegte. Aus dem Macho wurde in Sekunden ein jammernder kleiner Junge. Aber alle Gegenwehr nutzte nichts. Seit seiner Pubertät war er das erste Mal mehrere Tage und dann sogar Wochen abstinent. Erst nach vier Wochen erhielt er von seiner staatlichen Keuschheitsbetreuerin eine Erlaubnis für einen Aufschluss. Zwar hatte Valentino mehrfach eine Partnerin nachweisen wollen, aber die Betreuerin glaubte ihm nicht, dass es wirklich echte Beziehungen waren.

    Also bleibt er bis heute im KG und darf nur einmal im Monat vorsprechen, um seinen Aufschluss unter Aufsicht der Betreuerin zu erleben. Privatsphäre gibt es dabei nicht. Valentino muss im gleichen Zimmer onanieren und wird anschließend wieder verschlossen. Obwohl er sich mittlerweile schon elf Mal so erleichtern musste, hat er immer noch einen roten und heißen Kopf, wenn er seine Erektion vor der Frau reibt.


    Wenn die Show „Friday Talk“ im TV erscheint, erinnern sich die ehemaligen Gäste Peter, Federica, Hendrike, Mareike und Valentino an ihren eigenen Auftritt. Welche Entwicklung hatte es seitdem in der Gesellschaft gegeben! War vielleicht sogar die Show daran schuld? Hatten sie und ihr Auftritt das alles verursacht? Sie wussten es nicht. Sie wussten nur, dass es keine Rückkehr in ihr altes Leben geben würde.


    ENDE